BrainTravel

Altes überwinden, Neues entdecken

Was du in dein Gehirn investierst, kann nicht verloren gehen.

Benjamin Franklin

Obwohl wir jetzt keinen Säbelzahntiger mehr begegnen, gibt es viele andere Dinge womit wir fertig werden müssen.
Kämpfen und Fliehen mit und für uns selbst können wir nicht, also geraten wir oft in einer Erstarrungszustand. Dieser Erstarrungszustand wird an irgendeiner Stelle im Körper abgespeichert.

Aus diesem Grund war ich immer auf der Suche nach einer Therapieform die auch den Körper mit einbezieht. Es gibt einige Formen aber keiner davon war zufriedenstellend. Bis „Brainspotting“ in meinem Leben kam.

Wenn wir unser Gehirn betrachten wurde da immer nur angebaut. Wir haben noch das gleiche Stammhirn oder Reptiliengehirn wie früher (Reptiliengehirn weil alle Reptilien dies besitzen)

Daniel J. Siegel hat ein ganz anschauliches Hand Modell um unser Gehirn zu erklären entwickelt. Dieses benutze ich gerne um zu erklären was Brainspotting ist und warum es funktioniert.

 

 

Die meisten Verbindungen laufen von unten nach oben und nur sehr wenige von oben nach unten.

Das ist dann auch der Grund warum wir mit nur reden, bewerten, analysieren in den meisten Fällen unsere Probleme nicht lösen können, weil die im limbischen System und weiter in unserem Körper gespeichert sind.

Alles was bewusst werden will muss durch die Thalamus, die sich in unserem limbischen System befindet.

Brainspotting setzt genau da an.

Was Brainspotting genau ist und wie es funktioniert wird sehr gut erklärt durch der aus Österreich stammender Mag.

Thomas Weber (http://www.brainspotting-austria.at/) von dem ich die Erklärung über Brainspotting mit freundlicher Genehmigung übernehmen durfte.

Der deutsche Schriftstellen Jean Paul sagte es bereits: Reisen ist Leben sowie das Leben Reisen ist.

Wohin die Reise geht wissen wir meistens nicht. Das wir Reisen ist uns meistens nicht mal bewusst.

Viele Ausdrücke benutzen wir dazu:

Der Weg ist das Ziel
Ich bin auf meinem Weg
Wir machen uns auf dem Weg

Unser Leben hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Es ist vor allem viel globaler und schneller geworden und immer öfters haben wir ein Problem damit, mitzuhalten.

Wir haben uns weit entfernt von den Säbelzahntiger, der ganz viel früher unsere größte Sorge war. Da hatten wir die Möglichkeit zu fliehen, zu kämpfen oder zu erstarren. In den meisten Fällen war es sinnvoller zu fliehen

Heutzutage ist unser Leben viel komplexer geworden, aber wir besitzen immer noch die gleichen Mechanismen von früher.

Hier ist ein Foto von meiner Hand. Das Gelenk kann dabei gesehen werden als das Stammhirn – also der Sitz von unseren Reflexen, wie oben bereits beschrieben.

doriet-handdoriet-hand-2

 

Weiter nach oben – da wo mein Daumen ist, befindet sich das limbische System. Das limbische System kann man auch als die Schaltzentrale von unseren Gefühlen sehen.

Hier ist unser Sehen, Hören und Fühlen gespeichert. Hier ist die Regulierung gespeichert, sprich Hunger, Durst, Schlafen – aber auch unsere Problemlösung wird dort reguliert.

Wenn wir weiter nach oben gehen, zu den mittleren Fingern befindet sich da unser Präfrontaler Kortex – also der Teil womit wir denken, bewerten, analysieren.

Was ist Brainspotting?

von Mag. Thomas Weber

Brainspotting ist eine tiefenpsychologische und körperorientierte Methode zur Verarbeitung von psychischem oder traumatischem Stress sowie bei chronischem Schmerz. Es ermöglicht eine spontane, unmittelbare Verarbeitung traumatischer Belastungen im Gehirn, ohne dass bewusste Erinnerungen vorhanden sein müssen.

Während einer Behandlung mit Brainspotting entsteht in den tieferen Gehirnstrukturen eine Aktivierung, die unmittelbar zu Reflexen im Augenbereich und Gesicht führen, wie z.B.: vermehrtes Blinzeln, Augenzuckungen, Augen wackeln, Pupillenerweiterung, abruptes Einatmen, Verengen der Augen usw.

Je nachdem wo der Klient hinschaut, wird das belastende Thema im Körper stärker oder schwächer wahrgenommen. Ein Brainspot ist dort zu finden, wo die Reflexe am stärksten wahrgenommen werden.

Er wird meist mithilfe eines Teleskop-Zeigestabs gefunden, damit die Augenposition vom Klienten leicht beibehalten werden kann. Es treten unmittelbar Körpersensationen, Gefühle oder traumatische Erinnerungen auf, welche Im Gegensatz zu Flashbacks nicht mit dem Bewusstsein gekoppelt sind und daher schonend und direkt verarbeitet werden können.

Der Klient ist währenddessen bei vollem Bewusstsein, ohne den psychischen Stress dabei wieder zu erleben. Zur Selbsteinschätzung des traumatischen Stresses verwenden wir am Anfang und Ende einer Sitzung die gestufte Belastungsskala nach Wolpe, 1969 von „0“ kein Stress bis „10“ maximaler Stress, auch SUD (Subject Units of Distress) genannt.

Als Entspannung des Gehirns wirkt sich die Verwendung spezieller biolateraler Musik über Kopfhörer förderlich aus. Brainspotting (BSP) ist einer der ersten neuropsychotherapeutischen Ansätze, bei dem eine vollständige Auflösung von psychischem Stress möglich geworden ist; sogar dann, wenn belastende Erfahrungen in sehr früher Kindheit, perinatal oder pränatal bestehen, die beim Klienten nicht abrufbar bzw. nicht erinnerbar sind.

Wie wir heute aus Ergebnissen der bildgebenden, modernen Hirnforschung wissen, führt chronisch psychischer Stress zu einem reduzierten Volumen im Gedächtnisspeicher des Gehirns, auch Hippocampusformation bezeichnet, was zu diversen Formen von Gedächtnisstörungen führen kann.

Gleichzeitig werden im „Angst-Warn-Zentrum“ oder Amygdala im Gehirn dieser Menschen in großen Mengen Stresshormone ausgeschüttet.

Eine Dauererregung dieser Art findet man insbesondere bei Menschen mit: posttraumatischen Belastungsstörungen, Panikattacken, Phobien, Depressionen, chronisch-emotionalem Stress und sexuellem Kindesmissbrauch.Traumatisierte Menschen sind davon am meisten betroffen.

Mithilfe dieser neuen „Technik“ werden Klienten nicht mehr retraumatisiert, und es hält den Empathie Stress bei Therapeuten sehr gering. Dadurch sind täglich mehrere intensive Trauma Behandlungen für Therapeuten möglich geworden.

Der Begriff »Brainspotting« stammt von dem amerikanischen Psychoanalytiker David Grand. „brain“ bedeutet Gehirn und „spotting“ (to spot) meint erspähen, erblicken, ausfindig machen. Wir sind heute in der Lage, das Gesichtsfeld dafür zu nutzen, um das menschliche Gehirn zu scannen.

Wir können damit erkennen, wo das eigentliche Problem sitzt und woraus es sich zusammensetzt. Brainspotting nutzt die Neuroplastizität des Gehirns zur Traumaverarbeitung ohne therapeutische Hypothesen oder Deutungen, sondern durch eine akzeptierende und neugierig-beobachtende Grundhaltung.

Ziel der Methode ist eine vollständige Auflösung blockierter Erregung im Gehirn und im Körper eines Menschen. Das Brainspotting-Modell lässt sich gut mit allen anerkannten psychotherapeutischen Methoden verbinden, da es die therapeutischen Beziehung und die spezifisch-therapeutische Vorgehensweise nutzt. Grand nennt es zu Recht „dual attunement“ (dt. zweifache Feinabstimmung mit dem Klienten).

Brainspotting ist einerseits beziehungsorientiert und andererseits neurobiologisch (Grand, 2012). Es nutzt die natürliche Kompetenz des Gehirns zur Traumaverarbeitung ohne therapeutische Hypothesen oder Deutungen, sondern durch eine akzeptierende und neugierig-beobachtende Grundhaltung.

Der Entdecker und Begründer

David Grand, Ph.D. arbeitet als Psychotherapeut in freier Praxis in New York. Als Psychoanalytiker ausgebildet, lernte er bei Francine Shapiro EMDR und später bei Peter Levine Somatic Experiencing.

Grand ist Experte für Psychotraumatologie. Als Entdecker und Entwickler von Brainspotting leitet er Ausbildungsseminare zur Traumabehandlung und Leistungssteigerung in den USA, Europa, dem Mittleren Osten, Südafrika und Südamerika.

Er ist Entwickler und Produzent von CD‘s zur akustischen biolateralen Stimulierung. Kurz nach dem Hurrikan Katrina hat Grand mit akut traumatisierten Opfern vor Ort gearbeitet, worüber eine Doku gedreht wurde. Grand wendet Brainspotting ebenfalls bei Leistungs- und Kreativitätsblockaden in Sport und Kunst an.

Anwendungsbereiche von Brainspotting

Brainspotting benötigt bei Personen mit Monotraumata, die unter akuten Belastungsstörungen leiden, normalerweise ein bis zwei Sitzungen um die Symptome und deren Ursachen zu verarbeiten. Bei mehrfach belasteten Menschen (Komplextrauma) benötigt man mit Brainspotting viel mehr Sitzungen, um eine belastungsarme oder –freie Lebensführung zu erreichen.

Brainspotting lässt sich gut und erfolgreich anwenden bei: Akuten, komplexen und einfachen Traumata, posttraumatischen Belastungsstörungen, Panikattacken, generalisierten Angststörung, Depressionen, manifesten Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Leistungs- und Auftrittsblockaden*, chronisch-psychosomatischen Erkrankungen, Bindungsstörungen, Borderline Störungen, Schlafstörungen, Essstörungen, chronischen Kopfschmerzen, Migräne, Fibromyalgie und verschiedenen Formen dissoziativer Störungen.

Viele psychiatrische Störungsbilder des ICD-10 und DSM-IV erweisen sich heute als Folgestörungen von Kindheits-Traumata und sind mit Brainspotting effektiv behandelbar geworden.

*Brainspotting ist sehr gut einsetzbar beim Lösen von Blockaden in z.B. Sport, Theater, Musik oder andere kreative Ansätze. Auch als Vorbereitung auf z.B. Prüfungen oder andere belastende oder stressige Ereignisse.

Aus heutigem Wissensstand ist die Behandlungsdauer von Menschen mit komplexen Traumata mit Brainspotting dennoch deutlich kürzer und schonender gegenüber bisherigen, bekannten Traumatherapieverfahren, wie tf-CBT (trauma focused cognitive behavioral therapy), EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder PITT (PsychoImaginative TraumaTherapie).

Das Vorgehen ist eine Weiterentwicklung von Somatic Experiencing und EMDR mit dem Unterschied einer direkten Traumaverarbeitung im Unbewussten. Bei Brainspotting werden folgende Techniken verwendet: Inneres Fenster, Äußere Fenster, Brainspotting mit einem Auge, Gaze Spotting, Z-Achse, Konvergenz sowie Doppel-Brainspotting.

Brainspotting ist ein junger Behandlungsansatz, der darauf basiert, dass das Gesichtsfeld dazu dient, Augenpositionen zu lokalisieren, die mit traumatisch-belastenden Ereignissen verknüpft sind.

Quasi jede bedeutende Lebenserfahrung weist im Körper bzw. im Limbischen System, dem „emotionalen Gehirn“ eine korrespondierende Verbindung auf.

Wenn nun die Klientin mittels ihrer Augen innerhalb des Gesichtsfeldes den korrespondierenden, sogenannten Brainspot gefunden hat, kommt es zu einer Aktivierung oder Erregung im Mittelhirn des Hirnstammes und zu Projektionen insbesondere in: Amygdala und Hippocampus im Limbischen System.

Die Verarbeitung beginnt und die Erregung nimmt nach einer gewissen Zeit kontinuierlich ab. Zur Selbsteinschätzung der Belastungsstärke verwenden wir eine Belastungsskala von 0 bis 10, auch SUD (Subject Units of Distress) genannt (nach Wolpe, 1969).

Über mich

Mein Name ist Doriet von Fircks-Reintjes.

Geboren wurde ich 1963 in den Niederlanden. Ich habe dort eine Ausbildung als Sozialarbeiter absolviert und einige Jahre für die Gemeinde als Sozialarbeiter mit Asylgesuchten und Arbeitslosen gearbeitet bevor ich nach Deutschland gekommen bin.

In Deutschland habe ich in 2008 vor das Gesundheitsamt die Prüfung zur Heilpraktiker für Psychotherapie mit Erfolg abgelegt. Weitergebildet habe ich mich anschließend in Hypnose, Katathym Imaginative Psychotherapie und vor einigen Jahren die neuere Therapieform Brainspotting.

 

Meine Berufserfahrung:

Ich habe einige Jahre Trainings gegeben für die Selbstbehauptung für Kinder um sexuellen Missbrauch vorzubeugen, außerdem habe ich für den Weisen Ring als Freiwilliger gearbeitet.

Seit 2008 habe ich in eigener Praxis Klienten psychotherapeutisch behandelt. In erster Linie mit der Gesprächstherapie nach Rogers kombiniert mit dem Katathym Imaginative Psychotherapie nach Hans-Carl Leuner, Kognitive Verhaltenstherapie und Hypnose.

Weiter arbeite ich seit 2012 ehrenamtlich für die Stiftung Mayday in der Krisenberatung. Hier berate und rede ich mit Menschen die ein traumatisches Erlebnis hatten.

Seit 2014 arbeite ich integrativ und hauptsächlich mit einer noch jungen Therapieform „Brainspotting“ genannt. Dieser Therapieform ist eine erweiterte Entwicklung von EMDR – Eye Movement Desensitization Reorganisation, was vor allem in der Traumatherapie seine Anwendung findet, aber auch sehr gut eingesetzt werden kann in allen Lebenslagen wo ein Coaching/Beratung oder auch Therapie gewünscht ist.

Also nicht nur als Problemlösung sondern auch als kreative Verstärkung für das was bereits gut ist aber noch besser werden darf (z.B. sehr hilfreich in der Anwendung bei Sport, Theater, Kunst, Musik usw.)

Was du in dein Gehirn investierst, kann nicht verloren gehen.

Benjamin Franklin